DARS 2006 : Bildung and Infrastruktur in den Flüchtlingslagern (Nord/Süd)

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http://www.nordsued.at/start.asp?showmenu=yes&fr=&b=636&ID=8108

DARS : Democratic Arabic Republic Sahara

Bildung & Infrastruktur in den Flüchtlingslagern

Westsahara / Humanitäre & Flüchtlingshilfe (POL.8)

01.07.2003 – 31.12.2005 (1690-00/03)

Seit über 25 Jahren leben die Flüchtlinge nun bereits in Lagern in der Nähe der Stadt Tindouf in der algerischen Wüste.

Das Flüchtlingslager Die Flüchtlingslager sind in vier Wilayas (Bezirke) aufgeteilt, die zentrale Verwaltung der Lager ist in Rabouni angesiedelt. Die am weitesten entfernte Wilaya ist Dajla und liegt rund 150 km von Rabouni an der Grenze zu Mauretanien. Jede Wilaya besteht wiederum aus sechs bis sieben Dairas (Gemeinden). Die Bevölkerungszahl in den Lagern wird vom UNHCR, (dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen) mit 173.000 (Schätzung 1991) angegeben. Wie weit diese Zahl stimmt, kann schwer gesagt werden. Einerseits gibt es ein hohes Bevölkerungswachstum und andererseits gehen Leute immer wieder, eher temporär, aus den Lagern weg. Einige Saharauis (fast nur Männer) haben in Algerien, Mauretanien oder Spanien Arbeit gefunden und unterstützen aus der Entfernung ihre Familien in den Lagern. Andere wieder halten sich zeitweise in den befreiten Gebieten (einem wenige Kilometer breiten Streifen Wüste zwischen dem von Marokko verminten Wall und der algerischen Grenze) auf.

Um die Sicherung einer Grundversorgung der Bevölkerung ohne Engpässe in den Flüchtlingslagern erreichen zu können, wird die Förderung zweier Sektoren (technische Infrastruktur und Bildung) vorgenommen. Konkret geht es um die Sicherstellung der Wasserversorgung (durch Ankauf von Tankwagen und Ersatzteilen), um Stromversorgung (Bereitstellung von Ersatzteilen für Generatoren), um Nahrungsmittelversorgung (technische Ausstattung für Bäckereien) und um Lehrbehelfe für Schulen.

Errichtung des Schulgebäudes im Lager Darüber hinaus soll im Bereich Capacity Building in Zusammenarbeit mit der Universität Bilbao die Ausbildung saharauischer MitarbeiterInnen im Projektmanagement, in der Entwicklungsplanung und im Einsatz von EDV mit einer Verlagerung der Ausbildungsaktivitäten direkt in die Flüchtlingslager intensiviert werden.

Die Zielgruppen des vom ÖNSI umgesetzten Projektes sind die 170.000 Bewohner der saharauischen Flüchtlingslager bei Tindouf in Algerien. Im Bildungsbereich sind es vor allem die Kinder und Jugendlichen, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. 45.000 Buben und Mädchen besuchen zur Zeit die Grundschule in den Lagern (1.- 6. Klasse), weitere 5.500 besuchen in den beiden Internatsschulen die 7. – 9. Klasse. Hinzu kommen MitarbeiterInnen des Kooperationsministeriums und angeschlossener Fachministerien, die im Bereich Capacity Building geschult werden. Dabei wird speziell auf die Teilnahme von Frauen geachtet.

Durch das vorläufige Scheitern des Friedensplans und die daraus resultierende Unsicherheit für die Zukunft bleibt die Lage der in den Flüchtlingslagern in der Wüste lebenden saharauischen Bevölkerung weiterhin äußerst schwierig.

Der UN-Generalsekretär hält die Durchführung eines Referendums für kaum mehr möglich und beiden Parteien wird eine politische Lösung empfohlen. Deshalb wurde der UNO-Sonderbeauftragte James A. Baker mit einer dritten Verhandlungsmission betraut. Er besuchte Marokko, Algerien, Mauretanien und die Flüchtlingslager im Januar 2003, um seinen “Peace Plan for Self Determination for the People of Western Sahara” vorzustellen. Dieser Vorschlag sieht für die Westsahara eine Autonomie innerhalb Marokkos vor. Der endgültige Status soll in einem Referendum beschlossen werden. Dieser Plan wird jedoch von beiden beteiligten Parteien abgelehnt.

Schüler/innen mit neuem Unterrichtsmaterial Das Mandat der MINURSO (Mission des Nations Unies pour le Référendum au Sahara Occidental) wurde vorerst bis Ende Juli 2003 verlängert. Ende Mai wurde dem UNO-Sicherheitsrat ein offizieller Bericht über die Reaktionen der beteiligten Parteien und der Anrainerstaaten vorgelegt . Die bisher vorliegenden Verhandlungsergebnisse lassen einen noch weiten Weg erkennen.

Für das tägliche Überleben (Gesundheit, Bildung, Ernährung, Energie, usw.) ist die Polisario zur Gänze auf die externe Unterstützung durch UNO-Organisationen wie UNHCR, WFP (Welternährungsprogramm), ebenso wie das Rote Kreuz und den Roten Halbmond, ECHO (Büro der Europäischen Kommission für humanitäre Hilfe) und verschiedene europäische Staaten und Nichtregierungsorganisationen, aber auch durch Algerien, angewiesen. Die Versorgungslage ist durch Kürzungen der Gebermittel (UNHCR, WFP) oder durch Verzögerungen bei den Lebensmittellieferungen gekennzeichnet. Teilweise erhielten die Menschen nur 75% der benötigten Lebensmittel. Unterernährung hat 2002 in den Lagern stark zugenommen und die Versorgung 2003 ist nur zum Teil gesichert.

Tankwagen für Trinkwasser Die schlechte Versorgungslage und die politischen Rückschläge der letzten Zeit demotivieren die Bevölkerung, die Menschen verlieren die Hoffnung und haben auch kaum Perspektiven. Gleichzeitig setzten in den letzten Jahren gesellschaftliche Veränderungen ein:

(continued)

Author: Willem Van Cotthem

Honorary Professor of Botany, University of Ghent (Belgium). Scientific Consultant for Desertification and Sustainable Development.

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